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Renate Heyn Foto: Andreas Philippi

3. Juni 2021: Was wir aus Corona lernen können

Die dritte Welle der Corona-Pandemie scheint gebrochen zu sein. Das Leben kehrt zurück in die Städte, Vereine und nicht zuletzt Schulen. Diese, die Schulen, waren von der Pandemie besonders hart betroffen. Schwachstellen unseres Bildungssystems wurden offengelegt. Grund genug, mit einer erfahrenen Pädagogin über diese Themen zu sprechen. Am gestrigen Mittwoch, dem 02. Juni, war Renate Heym zum Thema „Schule von morgen: Chancengleichheit, Vielfalt und Digitalisierung“ zu Gast in Dr. Philippis Sprechstunde und berichtete von ihren Erfahrungen als Leiterin der IGS Bovenden in der Pandemie.

Eine der Erkenntnisse aus einer kurzweiligen Sprechstunde, bei der über 100 Teilnehmer:innen dabei waren: Die Kinder haben leider besonders gelitten in dieser Ausnahmesituation und die sozial schwächer gestellten hatten es nochmal schwerer. Wer keinen Laptop oder PC hat, der kann dem digitalen Unterricht nicht folgen. Wer keinen ruhigen Raum für zum Arbeiten hat, der kann den Unterricht nicht nacharbeiten.

Die IGS Bovenden, so schilderte es Renate Heym, war gut gerüstet, denn sie hatte frühzeitig ca. 100 Tablets aus dem Digitalpakt beantragt und erhalten und konnte so den schwächer gestellten helfen. Auch hatte sich Renate Heyn frühzeitig die Iserv-Schulplattform installiert und geschult, so dass es eine technische Grundlage für digitalen Unterricht gab. Engagierte Lehrkräfte sind unverzichtbar, damit es in einer solchen Situation weitergehen kann. Dafür ein Dank an alle Lehrer:innen, die sich in dieser schwierigen Zeit für ihre Schüler:innen mit ganzer Kraft eingesetzt haben. Ohne euch geht es nicht!

Der Kreis Göttingen seinerseits hat alle Kräfte aufgeboten, damit die Schulen in der Trägerschaft des Landkreises die notwendige Unterstützung aus den verschiedenen Förderangeboten bekommen. Es bleibt aber noch viel zu tun. Einige Lehrkräfte haben das Unterrichtsmaterial zu den Kindern nach Hause gebracht, um den Kontakt zu halten! Trotzdem gehen Schüler:innen beim Distanzunterricht verloren, schilderte Renate Heyn. Bei manchen Kindern bleiben psychische Probleme, für die es Aufmerksamkeit braucht.

Am Ende kamen wir auch zum Thema Inklusion, einem meiner Herzensanliegen. „Wie wird Teilhabe möglich und was braucht es dafür?“, so formulierte Renate Heyn die Fragestellung. Dies wird ein Thema für die nächsten zwanzig Jahre. Bildung und Soziales hängen eng zusammen, das hat die Corona-Krise gezeigt. Der Austausch mit den Bürger:innen und den engagierten Pädagog:innen ermutigt mich, für diese Themen in Berlin zu kämpfen.

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