Zum Inhalt springen
Foto Queeres Zentrum Göttingen Foto: Büro Philippi

9. September 2022: Queerfeindlichkeit ist ein weit verbreitetes Problem!

Anlässlich des Göttinger „Christopher-Street-Days“ am 10. September 2022 möchte ich auf das immer noch weit verbreitete Problem der Homo- und Transphobie hinweisen.

In den letzten Jahrzehnten gab es zwar bereits große gesellschaftliche und politische Fortschritte, dennoch sehen sich Homo- und Transsexuelle heute noch immer einem mitunter feindseligen und zunehmend hasserfüllten Klima ausgesetzt. In einer offenen und freien demokratischen Gesellschaft darf niemand wegen seiner sexuellen Orientierung oder Identität benachteiligt oder gar angegriffen werden – ein Angriff auf sexuelle Minderheiten ist in meinen Augen auch ein Angriff auf demokratische Werte. Dies dürfen wir nicht hinnehmen!“

Die brutale tödliche Attacke auf den Transmann Malte C. beim CSD in Münster, der sich schützend vor eine Gruppe Frauen gestellt hatte, die homophob beleidigt wurden, zeige deutlich die Brisanz der Lage. Zudem zeigten die Statistiken, dass queerfeindliche Straftaten deutlich zugenommen hätten. Im Durchschnitt würden in Deutschland jeden Tag drei registrierte Fälle von queerfeindlicher Hasskriminalität begangen.

Der erste Christopher Street Day war seinerzeit eine Demonstration gegen Willkür und Gewalt gegen Schwule und Lesben. Die politische Dimension dieses Protests berührt gesellschaftspolitische Grundsatzfragen – auch heute nach über 50 Jahren. Es bleibt also noch viel zu tun.

Im Zuge dessen begrüße ich das im Koalitionsvertrag vereinbarte Selbstbestimmungsgesetz als richtigen Schritt in die richtige Richtung. Das bisher bestehende und aus heutiger Sicht problematische sog. Transsexuellengesetz, das in Teilen deutlich gegen die Menschenwürde verstoße, ist in keiner Weise mehr zeitgemäß und auch aus medizinischer Sicht äußerst fragwürdig.

Vorherige Meldung: Wir packen das!

Alle Meldungen